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Montag, 2. Januar 2017

ACCESS: Markierung geht in ListBox mit Multiselect (extended) Einstellung verloren!

Das Access-Steuerelement ListBox in einem Formular ist dazu da Einträge in einer Listenform darzustellen. Diese Einträge lassen sich auswählen/markieren.
Die Markierten Einträge können in VBA über die Auflistung ItemsSelected ausgewertet werden.
Über die Eigenschaft "Mehrfachauswahl/MultiSelect" kann eingestellt werden ob ein Benutzer immer nur einen Eintrag oder mehrerer auswählen kann.
Die dritte Option "Erweitert" welches den Wert 2 entspricht ist leider Buggy!
Die Markierung gehen teilweise verloren, sobald das Listenfeld den Fokus verliert.

Folgendermaßen kann der Fehler reproduziert werden:
- Mit der Maus ziehen und dabei einige Einträge in der ListBox markieren
- Einen oder mehrere Einträge nachträglich abwählen mit Hilfe der gedrückten STRG-Taste
- Wenn die ListBox nun den Fokus verliert (z.B durch Klick auf ein anderes Feld) sind alle Einträge unterhalb des ersten abgewählten Eintrages nicht mehr markiert.

Das Problem ist lediglich in der Anzeige, die Auflistung ItemsSelected  enthält weiterhin die korrekt ausgewählten Einträge!

Aus Benutzersicht sind die Eintrage jedoch nicht mehr markiert, was sehr verwirrend ist. Die Anzeige ist somit schlichtweg falsch!

Das sollten wir schnellstmöglich lösen, und zwar in dem wir beim Fokusverlust der ListBox einfach die ausgewählten Einträge per VBA einfach nochmal explizit auswählen lassen. Das geht, weil ja nur die Anzeige falsch ist, die Auflistung ItemsSelected  ist weiterhin korrekt.

Somit löst die folgende Prozedur den kleinen aber sehr unschönen Bug:
Private Sub Liste_LostFocus()
    Dim itm As Variant
   
    For Each itm In Me.Liste.ItemsSelected
        Me.Liste.Selected(itm) = False
        Me.Liste.Selected(itm) = True
    Next
End Sub

Anmerkung: Sollten sehr viele Einträge ausgewählt sein, kann die Schleife zu Verzögerungen führen.

Ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung kann hier heruntergeladen werden.
Dort habe ich auch die Lösung in einer Klasse gekapselt, so dass die Klasse selbstständig für alle ListBoxen im Formular die Korrektur vornimmt.

Somit reduzieren sich die Anweisungen pro Formular auf ein Minimum:
   
Dim cCorrectionControls As clsCorrectionControls
Private Sub Form_Load()
    Set cCorrectionControls = New clsCorrectionControls

    cCorrectionControls.SetForm = Me
End Sub


Das Jahr fängt ja gut an!

Mittwoch, 21. Dezember 2016

ACCESS: Anpassung der Unterformular-Steuerelement-Größe an die exakte Größe des abgebildeten Unterformulars

Wird in einer Formular-Entwurfsansicht ein Unterformular hinzugefügt, dann passt Access das Unterformular-Steuerelement an die Größe des Unterformulars an.
Diese Anpassung ist leider nicht sehr exakt, was wieder manuelle Nachbesserung erfordert.
Noch problematischer ist es, wenn nachträglich die Größe des Unterformulars geändert wird. Dann erfolgt leider keine Anpassung mehr.
Schon alleine das ändern der Bildlaufleisten oder das hinzufügen von einem Formularkopf haben bereits Auswirkung auf die Formulargröße. 

Auch genervt von ständigen Anpassen der Unterformular-Steuerelemente?

Dann lassen wir doch einfach zur Laufzeit die Unterformular-Steuerelement-Größe an die tatsächliche Unterformulargröße anpassen.
Um die Größe des Unterformular korrekt auszulesen, müssen alle Elemente die eine Auswirkung auf die Größe haben berücksichtigt werden, wie z.B. Navigationsschaltflächen/Datensatzmarkierer/Bildlaufleisten/Formularkopf-/fuß

Genau das erledigt die folgende Prozedur:
Public Sub ResizeControlFromSubform(SubformControl As Access.SubForm _
                                , Optional ByRef SubformWidth As Long _
                                , Optional ByRef SubformHeight As Long)
    Dim FormReportOBJ As Object, SectionOBJ As Section
    Const SCROLLBARWIDTH As Integer = 290
    Const BORDERFACTOR As Byte = 20, MINIBORDERWIDTH As Byte = 7
   
    If Not SubformControl Is Nothing Then
        Set FormReportOBJ = SubformControl.Form
        Select Case FormReportOBJ.ScrollBars
            Case 1
                FormReportOBJ.ScrollBars = 0
            Case 3
                FormReportOBJ.ScrollBars = 2
        End Select
       
        SubformHeight = MINIBORDERWIDTH
        SubformWidth = MINIBORDERWIDTH
        If FormReportOBJ.Section(acDetail).Visible = True Then
            SubformHeight = SubformHeight + FormReportOBJ.Section(acDetail).Height
        End If
        If SectionExists(FormReportOBJ, acHeader, SectionOBJ) Then
            If SectionOBJ.Visible = True Then
                SubformHeight = SubformHeight + SectionOBJ.Height
            End If
        End If
        If SectionExists(FormReportOBJ, acFooter, SectionOBJ) Then
            If SectionOBJ.Visible = True Then
                SubformHeight = SubformHeight + SectionOBJ.Height
            End If
        End If
        If FormReportOBJ.NavigationButtons = True Then
            SubformHeight = SubformHeight + SCROLLBARWIDTH
        End If
       
        SubformWidth = SubformWidth + FormReportOBJ.Width
        If FormReportOBJ.ScrollBars = 2 Or FormReportOBJ.ScrollBars = 3 Then
            SubformWidth = SubformWidth + SCROLLBARWIDTH
        End If
        If FormReportOBJ.RecordSelectors = True Then
            SubformWidth = SubformWidth + SCROLLBARWIDTH
        End If
       
        If Not SubformControl.BorderStyle = 0 Then
            SubformHeight = SubformHeight + (SubformControl.BorderWidth * BORDERFACTOR)
            SubformWidth = SubformWidth + (SubformControl.BorderWidth * BORDERFACTOR)
        End If
       
        SubformControl.Width = SubformWidth
        SubformControl.Height = SubformHeight
    End If
End Sub


Hinweis: Es wird die Funktionsprozedur SectionExists() benötigt, die hier mit ausführlicher Beschreibung hinterlegt ist.

Jetzt brauchen wir nur beim starten des Hauptformulars die Prozedur ausführen zu lassen, in dem wir das abgebildete Formular-Objekt übergeben:
Private Sub Form_Load()
    ResizeControlFromSubform (me.MeinUnterformularsteuerelement)
End Sub


Noch besser, wir belasten unser Hauptformular erst gar nicht damit, sondern wir hinterlegen den Code einfach im Unterformular:
Private Sub Form_Load()
    ResizeControlFromSubform ControlFromSubform (Me)
End Sub

Durch die Funktion ControlFromSubform() wird das unterformular-Steuerelement im übergeordneten Formular ermittelt. Diese Funktion ist hier ausführlich beschrieben.

Somit können wir jetzt unser Unterformular in beliebigen Formularen einbetten, es wird immer vollständig dargestellt, byby das Gefummel mit der Steuerelementgröße.
Und an den Hauptformularen muss kein Code hinterlegt werden, den dieser befindet sich ja dank der Funktion ControlFromSubform() im Unterformular :-)

Ein kleines Beispiel mit ausführlicher Kommentierung kann hier heruntergeladen werden.

Anmerkung:  Die Werte der Konstanten SCROLLBARWIDTH / BORDERFACTOR / MINIBORDERWIDTH müssen ggf. angepasst werden, wenn besondere Windows-Design-Einstellungen vorgenommen wurden. Diese könnte man dynamische über Windows-Funktionen auslesen. Vielleicht findet sich jemand, der eine Lösung dazu hier postet.

PS:
Unsere Prozedur ResizeControlFromSubform liefert sogar die entsprechenden ermittelten Werte über die Übergabeparameter-Variablen SubformWidth & SubformHeight zurück.

Wenn gewünscht kann man im Formularentwurf des Hauptformulars die Eigenschaften Breite+Höhe manuell mit den ermittelten Werten befüllen. Achtung, die manuelle Angabe muss in cm erfolgen, geliefert werden jedoch twips. Also einfach die Werte durch 567 teilen ;-)



Dienstag, 20. Dezember 2016

ACCESS: Wie lautet das Unterformular-Steuerelement in welches das aktuelle Formular sich befindet?

Das einbetten eines Formulars als Unterformular in einem Hauptformular, findet über das Unterformular-Steuerelement statt.

Nehmen wir mal an, wir möchten in Abhängigkeit von Datenzustände Eigenschaften von unserem Unterformular-Steuerelement wie z.B. Visible/Height/Width/BorderWidth ändern.
Aus dem Hauptformular ist es einfach, weil das Hauptformular ja alle seine Steuerelemente und Untersteuerelemente kennt: Me.MeinUnterformular.Visible = True
Das ändern eines Steuerelementes im Unterformular ist auch einfach.
Z.B. wird folgendermaßen das Steuerelement Nachname welches sich im Unterformular befindet deaktiviert: Me.MeinUnterformular.Form.Nachname.Enabled = False

Angenommen die Abhängigkeit der durchzuführenden Änderung befindet sich jedoch im Unterformular, dann muss aus dem Unterformular heraus auf das übergeordnete Formular zugegriffen werden.
Auch das ist mit Bordmittel direkt zu bewerkstelligen: Me.Parent.Name

Jetzt möchten wir jedoch das Unterformular-Steuerelement in welches das aktuelle Unterformular abgebildet wird ändern. Und genau dieses ist nicht bekannt.
Die folgende Funktion findet dies heraus:
Public Function ControlFromSubform(SubformOBJ As Access.Form) As Access.Subform
    Dim ctl As Access.Control
   
    On Error GoTo ErrHandler
    For Each ctl In SubformOBJ.Parent
        If ctl.ControlType = acSubform Then
            If ctl.SourceObject = SubformOBJ.Name Then
                If ctl.Form.Hwnd = SubformOBJ.Hwnd Then
                    Set ControlFromSubform = ctl
                    Exit For
                End If
            End If
        End If
    Next
ExitProc:
    Exit Function
ErrHandler:
    Resume ExitProc
End Function

Erläuterung: Die ForEach Schleife durchsucht alle Controls welche sich im Übergeordneten (Hauptformular) befinden und prüft ab, ob das Control ein Unterformular-Steuerelement ist und ob der Herkunftsobjektname dem Unterformularname entspricht.
An dieser Stelle könnten wir sagen: Treffer, wir haben es gefunden. Aber das gleiche Unterformular könnte ja mehrfach im selben Hauptformular eingebettet sein, daher müssen wir noch die WindowHandle-Nummer vergleichen. Wenn auch die stimmt, dann haben wir das richtige Unterformular-Steuerelement gefunden.
Beim Aufrufen der Funktion wird das Formular in die Variable SubformOBJ übergeben, dabei muss es sich um ein eingebettetes Formular handeln, sonst macht die Funktion keinen Sinn.
Wird ein Hauptformular übergeben, erzeugt das Objekt SubformOBJ.Parent einen Fehler, der Dank der Fehlerbehandlungsroutine sofort die Prozedur beendet und es wird Nothing als Rückgabewert geliefert (was ja völlig korrekt ist).

Anwendungsbeispiel:
Der Rahmen vom Unterformular-Steuerelement soll die Farbe Rot bekommen, wenn die Rechnung fällig ist, ansonsten die Farbe Blau. Die Information ob die Rechnung fällig ist steht im Steuerelement Rechnungfällig welches nur im Unterformular sich befindet.

Hier der Code dazu, der sich im Unterformular befindet:

    Dim cSubForm As Access.SubForm
Private Sub Form_Load()
    Set cSubForm = ControlFromSubform(Me)
End Sub


Private Sub Form_Current()
    If Not cSubForm Is Nothing Then
        If Me.Rechnungfällig = True Then
            cSubForm.BorderColor = RGB(255, 0, 0) ' Rot
        Else
            cSubForm.BorderColor = RGB(0, 0, 255) 'Blau
        End If
    End If
End Sub


Hier noch ein weitere Beispiel wo diese Funktion ihre Anwendung findet.

Fazit:
Der Programmcode von Formularen sollte möglichst autark programmiert werden (also für sich funktionieren, unabhängig von anderen Objekten). Dazu müssen ggf. 'intelligente' globale Prozeduren geschrieben werden, die sich jedoch mittelfristig auszahlen :-)